Entlüftungsproblem

Die R1200ST, Technisch, aktuell, News direkt ums Motorrad.
Antworten
Trapper
Beiträge: 22
Registriert: 13.10.2020, 12:33
Motorrad: R1200ST 06
Wohnort: Wuppertal

Entlüftungsproblem

Beitrag von Trapper » 12.11.2020, 09:43

Hallo zusammen,
im Zuge einer großen Inspektion an meiner Neuerwerbung, wollte ich natürlich die scheinbar alte Bremsflüssigkeit durch neue ersetzen. Die Entscheidung (auch hier schon heftig diskutierte wichtige aber umstrittenen Arbeit) dies zu tun fiel relativ leicht, da der abgehende Bremsschlauch von der Handbremspumpe beim linkslenken voll auf Spannung ging obwohl auf dem kürzesten Weg verlegt und es scheinbar keine Möglichkeit der Optimierung gibt. - Leider nicht mehr zu ermitteln wer den eingebaut hat.-
Nach mehrmaligem Entlüften aller Kreise in der richtigen Reihenfolge funktioniert die hintere Bremse korrekt aber vorne gibt es keinen Druck am Handbremshebel und keine oder kaum Bewegung an den Kolben der Sättel. Die Kolben wurden zurückgedrückt und blockiert und an allen sechs Nippeln des Moduls kommt nach einigen Versuchen, genau so wie an den Sätteln nicht das geringste Luftbläschen. Nach ca. 2 Litern Bremsflüssigkeit kommt das Zeug so sauber raus, dass man meint es oben wieder einfüllen zu können.
Wo könnte jetzt noch Luft sein und vor allem wie ist die zu entfernen?? Die Frage geht demnach natürlich möglichst an die, die auch selbst entlüften und vielleicht dieses Problem schon mal bewältigt haben. Die Sicherheitsratschläge nach dem Motto, Finger weg, BMW Werkstatt mit Werkzeug, Gefährdung von .. usw. sind mir alle bekannt, gebrauchen könnte ich eher praktische Anregungen bevor ich als aller letzte Lösung eine Werkstatt bemühe. Schon mal Danke für Eure Mühe.

Gruß Knut

Tom_DN
Beiträge: 213
Registriert: 28.10.2015, 18:46
Motorrad: R1200ST

Re: Entlüftungsproblem

Beitrag von Tom_DN » 12.11.2020, 10:25

Braucht man nicht wenigstens ein GS911 um nach dem Bremsflüssigkeitswechsel den Drucktest abzuschließen? (kombibremse 1)

Trapper
Beiträge: 22
Registriert: 13.10.2020, 12:33
Motorrad: R1200ST 06
Wohnort: Wuppertal

Re: Entlüftungsproblem

Beitrag von Trapper » 12.11.2020, 10:29

wenn ich Druck hätte bzw. noch bekomme werde ich überlegen ob ich diesen Test vom Händler abschließend machen lasse.

Gruß Knut

Benutzeravatar
NorbertM.
Beiträge: 43
Registriert: 31.01.2016, 08:18
Motorrad: R1200ST
Wohnort: 27211 Bassum

Re: Entlüftungsproblem

Beitrag von NorbertM. » 16.11.2020, 08:20

Hallo Knut,

Nicht gut. Der Bremsflüssigkeitswechsel an BMW's mit unserem ABS (Fte) ist leider nicht so trivial, WENN das System Luft gezogen hat. Nicht weil man das nicht hinbekommt, sondern weil die Entlüftung der Kreise über Magnetventile erfolgt (nicht wie früher an den K-Modellen mit ABS II mit Entlüfternippel direkt am ABS). Wenn man es richtig macht (Bremsflüssigkeit mit Unterdruck am BKV rausziehen, Reservoir mit frischer BF am Ausgleichsbehälter, usw.- ohne Pumpen!!!), absolut sicher ist, dass sie keine Luft gezogen hat, ist das alles kein Problem. Mit dem Tester werden lediglich Fehlerspeicher gelöscht, der durch Abbau des Tanks, unplausibles Signal Bremslichtschalter uvm. abgelegt werden. Wenn wirklich KEINE Luft eingesaugt würde, ist das kein Problem und man kann es selbermachen. Wenn Du aber irgendwo Luft gesaugt hast, dann war's das. Ab damit zum Händler und die vollautomatische Entlüftungsprozedur (geht nur mit Diagnosegerät) durchlaufen.
Man braucht also nicht unbedingt das Gs911, dafür aber sehr wohl das richtige Werkzeug (Unterdruckvorrichtung, BF-Zuführung mit Kugelventil, etc.) und die Gewissheit alles richtig gemacht zu haben.

Wenn das Steuergerät den Bremskreis nicht freigibt, ist der Fehler definitiv zu löschen. Das geht nur mit einem Diagnosegerät.

Frag dich Mal hier im Forum, ob jemand Dir seines leiht. Nach dem Zurücksetzen, sollte auch das ABS freigegeben werden, wenn keine Luft im System ist. Ist welche drin ... Bring Dein Bike zum Händler.

Trapper
Beiträge: 22
Registriert: 13.10.2020, 12:33
Motorrad: R1200ST 06
Wohnort: Wuppertal

Re: Entlüftungsproblem

Beitrag von Trapper » 17.11.2020, 08:33

Danke für diese, für mich neue Info über die vielleicht unbedingt notwendige Ansteuerung der Magnetventile. Das wäre sicherlich das Aus für das Selbstentlüften und gleichzeitig die Erklärung für die Probleme. Da man ja auch ohne Elektrik / Elektronik rein mechanisch / hydraulisch bremsen können muss, bin ich davon ausgegangen auch irgendwie "Normal" entlüften zu können. Finde ich unglaublich, wenn man damit definitiv nicht weiterkommt. Ähnlich wie dieses Technikwunderding "Ringantenne" und WFS. Fehlentwicklung.

Gruß Knut

michael63
Beiträge: 42
Registriert: 11.12.2019, 17:49
Motorrad: R 1250 RS

Re: Entlüftungsproblem

Beitrag von michael63 » 17.11.2020, 13:49

Es gibt die Software MOTOSCAN. Ich meine hier mal gelesen zu haben, dass es den Punkt Bremse entlüften gibt.
Sicherlich werden hier die unterschiedlichen Steuergeräte angesprochen.

Noch ist mein Motorrad in der Garantie, in Zukunft werde ich aber solche ein SW anschaffen.
Lies Dich doch mal ein oder stelle die Frage an den Hersteller.
Viele Dinge lassen sich ohne ODB heute nicht mehr erledigen.

Gruß

Michael

Trapper
Beiträge: 22
Registriert: 13.10.2020, 12:33
Motorrad: R1200ST 06
Wohnort: Wuppertal

Re: Entlüftungsproblem

Beitrag von Trapper » 18.11.2020, 11:13

Danke, werde ich machen. Die Hoffnung stirbt zuletzt :?

Trapper
Beiträge: 22
Registriert: 13.10.2020, 12:33
Motorrad: R1200ST 06
Wohnort: Wuppertal

Re: Entlüftungsproblem

Beitrag von Trapper » 18.11.2020, 12:29

Info zu Moto Scan Geräten:
War gerade auf der entsprechenden Seite und habe anschließend mit dem Mann vom Support gesprochen. Die Dinger können fast alles - selbst Drucktest - sogar bei dem ABS mit BKV - aber bei eben diesem keine Spülung, sprich keine absolut verlässliche Entlüftung. Das ist sowas von schade. Bei den etwas neueren ABS Modulatoren kein Problem sagte mir der Mann von Moto Scan aber hier ....

Gruß Knut

Tom_DN
Beiträge: 213
Registriert: 28.10.2015, 18:46
Motorrad: R1200ST

Re: Entlüftungsproblem

Beitrag von Tom_DN » 18.11.2020, 12:51

Ich war mal beim Bremsflüssigkeitswechsel bei einer BMW mit BKV dabei und habe es jetzt wieder zusammen wie das abgelaufen ist... es gibt / braucht in dem Sinne auch keine automatische Entlüftung...
Am Steuergerät wurde die ein großer Behälter mit Bremsflüssigkeit auf das "reservoir" für die hintere Bremse gesetzt... dies wurde dann mit eingescahlteter Zündung vom BKV durchgepumpt (weiß nicht mehr wo die "alte" Flüssigkeit heraus kam). In einem 2 Durchgang wurde dann die Bremsflüsssigkeit am Behälter von hand (Zündung aus) durchgepumpt.
Danach wurde noch am Hydroaggregat die Ventile in einer bestimmten Reihenfolge enlüftet.
Das gleiche wurde anolg zur hinteren Bremse auch Vorne gemacht.
Zum Schluss der Drucktest (in dem Fall mit dem GS911... (klar, dass Geheimnis war das mit der richtigen Reihenfolge der Ventile, aber es war da keine weitere Steuerung durch irgendwas nötig.)
Die Bremse funkrionierte danach und der Fahrer erfreut sich auch noch bester Gesundheit...

Benutzeravatar
NorbertM.
Beiträge: 43
Registriert: 31.01.2016, 08:18
Motorrad: R1200ST
Wohnort: 27211 Bassum

Re: Entlüftungsproblem

Beitrag von NorbertM. » 18.11.2020, 14:00

Korrekt, ist aber auch kein große Kunst.

Steht hier: https://www.motoscan.de/2016/02/01/abs- ... ntlueften/

und auch da:

https://wiki.bmw-bike-forum.info/index. ... tegral_ABS

--> Die Bremsflüssigkeit wird durchgedrückt. In der Werkstatt ist somit meistens eine Entlüftung nicht notwendig.

Aber: Es muss die Pumpe gespült werden. Das kann nur über das Diagnosegerät gemacht werden.

Gruß
Norbert

Antworten